LinkedIn Unternehmensseite erstellen: Der ultimative Leitfaden für Ihren professionellen Auftritt
Eine LinkedIn Unternehmensseite ist längst weit mehr als nur ein nettes “Nice-to-have” im Marketing-Mix. Sie fungiert als digitale Visitenkarte, Employer-Branding-Zentrale, Recruiting-Kanal und oft auch als erster Berührungspunkt für potenzielle B2B-Kunden oder Geschäftspartner. Das Beste daran: Die Erstellung kostet keinen Cent und ist in wenigen Minuten erledigt.
Doch zwischen einer formell angelegten “Leersite” und einem echten Magneten für Fachkräfte und Kundschaft liegt ein gewaltiger Unterschied. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre LinkedIn Firmenseite fehlerfrei einrichten, rechtliche Fallstricke umschiffen und sie mit Leben füllen.
Was Sie vor dem Start wissen müssen
Bevor Sie loslegen, gibt es zwei eiserne Regeln von LinkedIn:
- Das persönliche Profil ist Pflicht: Sie können keine Unternehmensseite komplett anonym oder aus dem Nichts heraus erstellen. Sie benötigen zwingend ein aktives, persönliches LinkedIn-Profil. Die Person, die die Seite anlegt, wird automatisch zum ersten “Super-Admin” und kann im Anschluss weitere Kolleginnen oder Kollegen als Administrator hinzufügen.
- Die passende Plattform: Nutzen Sie für die Einrichtung am besten einen Desktop-Browser oder die iOS-App. Auf Android-Endgeräten wird das Anlegen von Unternehmensseiten traditionell nicht unterstützt.
In 6 Schritten zur perfekten LinkedIn-Unternehmensseite
1. Menü öffnen und Seitentyp wählen
Loggen Sie sich in Ihr persönliches Konto ein. Klicken Sie oben rechts auf das Raster-Symbol „Für Unternehmen“ (bzw. das Produkte-Icon). Scrollen Sie im sich öffnenden Menü ganz nach unten und wählen Sie „Unternehmensseite erstellen“.
Anschließend wählen Sie die Kategorie aus:
- Unternehmen: Die Standardwahl für die allermeisten Firmen (klein, mittel oder groß).
- Fokusseite: Sinnvoll als Unterseite für spezifische Marken, Produktlinien oder eigenständige Initiativen, die an die Hauptseite andocken.
2. Name und öffentliche URL festlegen
Tragen Sie den offiziellen Unternehmensnamen ein. Passen Sie im gleichen Zug die LinkedIn-URL an (z. B. [linkedin.com/company/ihr-firmenname](https://linkedin.com/company/ihr-firmenname)).
- Pro-Tipp: Wählen Sie hier einen prägnanten, sauberen Namen ohne Sonderzeichen. Die URL lässt sich im Nachhinein nur eingeschränkt oder unter bestimmten Bedingungen ändern. Ein fester Name sorgt für Vertrauen und erleichtert die Auffindbarkeit in Suchmaschinen.
3. Visuelles Fundament: Logo und Banner
Eine nackte, graue Seite strahlt Desinteresse aus. Investieren Sie zwei Minuten in die Optik:
- Logo: Nutzen Sie das quadratische Format (empfohlen: 300 × 300 Pixel). Ein transparenter Hintergrund wirkt modern und verhindert unschöne weiße Ecken im runden Avatar-Rahmen.
- Banner (Titelbild): Das Banner (1584 × 396 Pixel) ist Ihre Werbefläche ganz oben. Nutzen Sie es nicht für überladene Textwüsten, sondern für ein ansprechendes, klares Branding, das sofort zeigt, wofür Ihr Unternehmen steht.
4. Den Slogan schärfen (Max. 120 Zeichen)
Der Slogan taucht direkt unter Ihrem Firmennamen auf und fungiert als eine Art Meta-Description für die LinkedIn-Suche.
- Der Fehler: Phrasen wie „Wir machen Qualität seit 1995“.
- Besser: Schreiben Sie präzise auf, was Sie für wen tun. Beispiel: „Wir automatisieren HR-Prozesse für den Mittelstand.“ Das bringt Klicks und landet im Suchranking weiter vorn.
5. Unternehmensbeschreibung und Eckdaten ausfüllen
In der Info-Sektion haben Sie bis zu 2.000 Zeichen Platz. Nutzen Sie die ersten Zeilen besonders klug, da diese in Google-Suchergebnissen als Snippet angezeigt werden:
- Beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell, Ihre Werte und Ihre Zielgruppe.
- Integrieren Sie wichtige Branchen-Keywords, nach denen potenzielle Kunden suchen.
- Ergänzen Sie Pflichtangaben wie Branche, Unternehmensgröße, Firmensitz und die offizielle Website-URL.
6. Call-to-Action (CTA) Button und Impressum aktivieren
Geben Sie Ihren Seitenbesuchern eine klare Handlungsanweisung vor. Wählen Sie einen passenden Aktionsbutton aus (z. B. „Website besuchen“, „Registrieren“ oder „Kontakt“), der direkt auf eine passende Landingpage verweist.
Wichtig für den DACH-Raum: Vergessen Sie keinesfalls das Impressum. In Deutschland und vielen Nachbarländern gilt für geschäftliche Social-Media-Profile eine Impressumspflicht. Verlinken Sie die Impressumsseite Ihrer Website direkt und gut sichtbar in der Info-Sektion der LinkedIn-Unternehmensseite, um rechtliche Abmahnungen zu vermeiden.
Nach dem Start: Die 3 größten Stolperfallen vermeiden
Vollständig ausgefüllte Seiten erhalten laut LinkedIn rund 30 % mehr wöchentliche Seitenaufrufe. Doch die Technik ist nur die halbe Miete. Um langfristig erfolgreich zu sein, sollten Sie diese Fehler umgehen:
- Die “Friedhofs-Mentalität”: Eine Seite anzulegen, das Logo hochzuladen und sie nie wieder zu pflegen, schadet der Reputation mehr als gar kein Auftritt.
- Isoliertes Agieren: Eine Unternehmensseite allein hat organisch oft eine geringere Reichweite als persönliche Profile. Der Trick liegt in der Kombination: Nutzen Sie Employee Advocacy. Binden Sie Ihre Mitarbeitenden ein, verknüpfen Sie die Seite mit deren Profilen und teilen Sie wertvolle Inhalte gemeinsam.
- Platonsche KI-Wüsten: Posten Sie keinen generischen, sofort als KI-Massenware erkennbaren Content. Der LinkedIn-Algorithmus drosselt rein automatisierte Fließbandbeiträge. Setzen Sie stattdessen auf echte Einblicke, Unternehmenskultur, Karussell-Posts (PDFs) oder kurze Videos, die eine hohe Verweildauer erzeugen.
Fazit
Eine LinkedIn Unternehmensseite zu erstellen ist in zehn Minuten getan – sie mit Leben zu füllen, ist ein fortlaufender Prozess. Wer hier strategisch vorgeht, regelmäßig relevante Fachinhalte teilt und das Netzwerk seiner Belegschaft geschickt einbindet, baut sich im Handumdrehen einen digitalen Hub auf, der aktiv Kunden anzieht und Top-Talente überzeugt.
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